Naturschutzzentrum
Ökowerk Berlin e.V.
Teufelsseechaussee 22-24
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Am gestrigen Sonntag, dem 26.04.2009 fand im Naturschutzzentrum Ökowerk die Veranstaltung das "Das Überleben erleben" statt. An verschiedenen, auf dem Gelände versteckten Stationen konnten Kinder lernen ...
Mittags um 12:00 Uhr war es soweit. Das Ökowerk öffnete die Tore und nur wenige Minuten später hatte uns die erste Gruppe Kinder gefunden. Überrascht von dem Ansturm ging es ein wenig chaotisch los.
Die erste Aufgabe war: "Bastel einen Fischschupper." Leider findet man heutzutage recht häufig an Seen in der Nähe von Badestellen Kronkorken. Was liegt da näher als sich aus einem Stock, ein paar Kronkorken und einigen Nägeln einen sehr effektiven Fischschupper zu basteln. Also mussten sich die Kinder erstmal einen brauchbaren Stock suchen. Auf die Stöcke wurden dann mit Dachpappnägeln zwei bis drei Kronkorken nebeneinander genagelt, was sich teilweise als recht schwierig erwies. Anschließend konnte der Fischschupper dann an einigen Brassen (Bleien) gleich auf Ihre Brauchbarkeit getestet werden, womit wir auch gleich bei der zweiten Aufgabe angelangt sind.
Anhand der Kopfes, und des Fischmauls kann man schon recht gut auf das Verhalten des Fisches bei der Nahrungsaufnahme schließen. Ob ein Fisch ein Raub- oder Friedfisch ist, kann man recht einfach erkennen, wenn man dem Fisch ins Maul schaut und kontrolliert, ob er Zähne hat oder nicht. An der Form der Maulöffnung kann man erkennen, ob ein Fisch seine Nahrung an der Wasseroberfläche, im Mittelwasser oder eher vom Grund aufnimmt. Am Rüsselmaul der Brassen, die wir als Anschauungsobjekte hatten, konnten die Kinder recht gut und schnell erkennen, was diese Fische fressen, und dass es sich nicht um Raubfische handelt.
Je nach Interessenlage ging es dann noch weiter. Die Namen und Funktionen der Flossen die ein Fisch hat wurden mit den interessierten Teilnehmern diskutiert.
Nachdem die Fragen zu den Fischen ausgiebig diskutiert wurden und auch die Eltern, die meist recht interessiert zugehört haben, auch keine Fragen mehr hatten, konnten die Kinder ihre selbst gebastelten Fischschupper testen. Dabei konnte man nicht selten das eine oder andere erstaunte Gesicht einer erfahrenen Hausfrau erkennen, das wahrlich überrascht wirkte, dass dieses einfache Gerät so gut funktioniert.
Oft wird die Frage nach dem Alter der Fische gestellt. Da trifft es sich gut, dass wir schon nach kurzer Zeit einige Fischschuppen hatten, die man zur ungefähren Altersbestimmung heranziehen konnte. Unter einem Binokular konnte man erkennen, dass die Fischschuppen Ringe aufweisen ähnlich wie bei Bäumen, wie die meisten Kinder sehr schnell erkannten. Genauso kamen sie auf die Idee, dass man daran das Alter der Fische erkennen kann. Eine Erkenntnis, die auch einige Eltern erstaunte.
Brassen sind Fische, die sehr viele Gräten haben. Daher ist die Verarbeitung solcher Fische recht schwierig. Wie alle karpfenartigen Fische haben auch Brassen sehr viele Y-Gräten (auch Fleischgräten genannt), die im Fleisch verteilt sind. Einige Beispiele für die Verwertung sind ...
Letzteres weckte immer wieder das Interesse bei den Eltern und so haben wir uns spontan entschieden, ein Wenig improvisiert, an den geschuppten Fischen auch noch eine Vorführung zum Filieren zu veranstalten. Nach dem Herauslösen des Rückenfilets wird es in kleinen Abständen bis auf die Haut eingeschnitten damit die Gräten nicht mehr spürbar sind. So vorbereitet kann man auch Brassenfilets wunderbar weiter verarbeiten.
Abschließend konnte sich noch jeder eine Fischboulette nehmen, um sich vom Geschmack dieser heimischen Fische zu überzeugen. Hier zeigte sich wieder einmal, dass Kinder durchaus Fisch essen. Er muss nur richtig zubereitet sein.