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07.03.2010 10:51 Alter: 186 Tag(e)
Rubrik: Aufgefischt Aufgefischt
Von: Thomas Struppe

Sauerstoffmangel in Berliner Gewässern


Durch die lang andauernde Eisbedeckung werden an den Berliner Seen immer mehr verendete oder an eisfreien Stellen nach Luft schnappende Fische entdeckt. Da auf dem Eis noch eine dichte Schneedecke liegt, die das Eindringen von Licht in das Wasser verhindert, gelangt kein Sauerstoff in die Gewässer. Weder ein Austausch mit der Luft ist möglich, noch produzieren die Wasserpflanzen Sauerstoff. Im Schlachtensee liegt der Sauerstoffgehalt derzeit bei 2 mg/L, viel zu wenig für die Fische. Die Leiterin des Berliner Fischereiamts, Frau Jürgensen, appelliert an die Spaziergänger die Fische nicht noch zusätzlich zu beunruhigen, um unnötige Bewegungen zu vermeiden, die einen erhöhten Sauerstoffbedarf zur Folge haben. Am Lietzensee ist die Situation so dramatisch, dass hier künstlich belüftet wird. Für alle Gewässer ist ein solcher Aufwand aber nicht durchführbar. Der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, Herr Natz, hält es jedoch für völlig normal, dass in strengen Wintern Fische in den Seen verenden. In vielen Gewässern Berlins gibt es eher zu viele Fische, die bewusst abgefischt werden müssen. Die Gefahr eines Aussterbens der Fische sieht er nicht.

(Quelle: Berliner Morgenpost vom 22.2.2010, Rubrik Berlin, S. 11)