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03.09.2009 10:46 Alter: 2 Jahr(e)
Rubrik: Aufgefischt Aufgefischt
Von: Thomas Struppe

Salzbelastung in der Werra


Seit 1901 werden salzhaltige Abwässer der Kaliwerke in die Werra eingeleitet. Im Jahr 1976 führte das zu einem Spitzenwert von 40.000 mg/L Chlorid bei gleichzeitig hohen Phosphat und Nitratbelastungen. Schon im 18. Jahrhundert wurden auch strukturelle Eingriffe an der Werra durchgeführt, um die Schifffahrt und Flößerei zu erleichtern und die ersten Wasserkraftwerke wurden errichtet. Bei der Bestandsaufnahme hinsichtlich der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden daher nur 20% der Werra als mäßig oder wenig beeinträchtigt eingestuft, der Rest schlechter. Nach 1989 wurden die Chloridkonzentrationen zwar auf Spitzenwerte von bis zu 3.000 mg/L deutlich gesenkt, die biologische Vielfalt unterhalb der ersten Salzeinleitung zeigt aber deutlich veränderte und verminderte Artenzahlen. Wurden oberhalb der Salzeinleitungen vom Inst. für Gewässerökologie und Fischereibiologie Jena noch 30 und 60 Arten Makrozoobenthos gefunden, waren es unterhalb gerade einmal 10. Zwei davon waren mit dem getigerten Flohkrebs und dem Schlickkrebs typische Brackwasserarten, die hier in der Werra eigentlich nichts zu suchen haben.

(Quelle: Angeln in Thüringen, 2/2009, S. 22)