Das Artenhilfsprogramm zur Wiederansiedlung des Fischotters Lutra lutra zeigt im Bayerischen Wald Erfolge. Dies wiederum führt vermehrt zu Schadensmeldungen aus den Fischzuchtbetrieben. Eine Umfrage bei den niederbayerischen Fischereivereinen ergab eine überwiegend negative Einstellung zum Fischotter, der als zusätzlicher Nahrungskonkurrent betrachtet wird. Bei den Schadensmeldungen aus den Teichwirtschaften wird der Fischotter nach dem Graureiher bereits an zweiter Stelle als Verursacher genannt. Hauptbestandteil der Nahrung von Fischottern ist zahlenmäßig aber nicht die Forelle, sondern die Mühlkoppe, hinsichtlich der verzehrten Biomasse rückt aber die Forelle aufgrund der deutlich höheren Gewichte der Beutetiere wieder an die erste Stelle. Ein Konzept zum Fischottermanagement soll helfen, einen einheitlichen Informationsstand zu erlangen und Konflikte zu minimieren.
Die komplette Studie kann auf der Webseite der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (www.lwf.bayern.de/mitarbeiterverzeichnis/s-z/schreiber/35266/index.php) eingesehen werden.
Ein Teichwirt schrieb hierzu einen Kommentar, in dem er darauf hinweist, dass die Fischer ihren Besatz bald nur noch zur Wildtierfütterung von Kormoran, Graureiher, Gänsesäger und Fischotter machen. Außerdem stellt er die Frage, woher die Otter kommen, die seit Ende der siebziger Jahre ihr Unwesen treiben. Sind diese Tiere doch viel größer als die früher vorkommenden Exemplare und zeigen auch keinerlei genetische Gemeinsamkeit mit dem Fischotter aus dem Nationalparkgehege. Handelt es sich bei den wieder angesiedelten Tieren überhaupt um Lutra lutra den heimischen Fischotter?
(Quelle: Bayerns Fischerei und Gewässer, 2/2009, S. 12-14)