Der Anstieg der Kormoranpopulation in Europa ist “ein Paradebeispiel für einseitigen, engstirnigen ja fast schon an Borniertheit grenzenden Schutz einer Art mit z.T. katastrophalen Auswirkungen auf andere Bereiche der Natur.”, so schriebt der Präsident des Landesanglerverbands Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Der Kormoran ist nicht an die Binnengewässer zurückgekehrt, sondern hat sich auf diese Bereiche ausgebreitet, an denen er seit langem nicht mehr vorkam, vor allen in die Forellen- und Äschenregionen der Fließgewässer. Seit 1959 gab es in Mecklenburg-Vorpommern am Strelasund eine stabile Kormoranpopulation von 1000 Brutpaaren. Eine Anzahl, die laut eines Gutachtens des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz für den dauerhaften Erhalt dieser Art im Land ausreichend ist. Derzeit gibt es aber 14.000 Brutpaare in M-V. In diesem Gutachten wird auch die Bestandsentwicklung auf der Grundlage 14.000 Brutpaare prognostiziert, wonach sich die Population in den nächsten 20 Jahren ohne menschliche Eingriffe auf 50.000 Brutpaare erhöhen könnte. Diese hätten dann einen Nahrungsbedarf von 15.000 t Fisch/Jahr, mehr als das gegenwärtige Fangaufkommen der Küsten- und Binnenfischerei zusammen.
(Quelle: angeln in Mecklenburg-Vorpommern 4/2009, S. 5)