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01.09.2009 09:47 Alter: 1 Jahr(e)
Rubrik: Aufgefischt Aufgefischt
Von: Thomas Struppe

Aalmonitoring im Elbeeinzugsgebiet


Seit dem Jahr 2005 wird in der oberen Havel, dem Rhin und der Mittelelbe ein Aalmonitoring durchgeführt. Mehrere hundert Aale sind seitdem markiert und wieder ausgesetzt worden, um eine Mengenabschätzung der abwandernden Blankaale vornehmen zu können und Erkenntnisse über die Wandergeschwindigkeit zu erlangen. Von den markierten Aalen werden die meisten noch im Jahr des Aussetzens oder im Folgejahr wieder gefangen. Wiederfänge nach 600 oder sogar 950 Tagen zeigen jedoch große individuelle Unterschiede im Wanderverhalten von Aalen. Bessere Erkenntnisse der Wanderbewegung sollen besenderte Aale liefern, die an Kontrollstationen entlang der Havel registriert werden. Insgesamt konnten von den 2005-2007  markierten, ausgesetzten 1818 Aalen bis zum Jahr 2008 7,9% wieder gefangen werden. Die Fängigkeit der unterschiedlichen Methoden ist dabei stark vom Standort, der Gewässermorphologie und dem Fließregime abhängig. Bei Reusen im Rhin lag die Fangquote bei 0,2-0,6%, bei Hamen in der oberen Havel bei 6-16%. Die aufgrund der Untersuchungen abgeschätzte Menge abwandernder Blankaale schwankt in den einzelnen Jahren um bis zu 300%.  Dies kann durchaus an natürlichen Ursachen liegen, wie Ergebnisse aus der Elbe zeigen. Dort waren die Blankaalzahlen bei Hochwasser deutlich höher, vermutlich weil zusätzliche Gewässer Verbindung zur Elbe bekamen und die darin befindlichen Aale abwandern konnten. Vorläufige Schätzungen liegen daher bei 4-9 abwandernden Aalen pro Ha für das Elbeeinzugsgebiet.

Da die vorliegenden Daten noch nicht ausreichen, soll das Aalmonitoring-Programm fortgesetzt werden. Für jeden gefangenen, markierten Aal hat das Institut für Binnenfischerei eine Prämie von 45 EUR ausgesetzt. Es lohnt sich also gefangene Aale auf Markierungen zu untersuchen und sie dem IFB zur Verfügung zu stellen.

(Quelle: Der märkische Angler 3-2009, S. 40-42)