Der Naturschutzbund Deutschland hatte unter dem Thema „Berliner Gewässer im Fokus“ in die Jerusalemkirche geladen um dort den 11. Berliner Naturschutztag zu veranstalten. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des NABU Berlin, Torsten Hauschild, und einem Grußwort der Senatorin für Stadtentwicklung, Frau Junge-Reyer, hielten die Herren Stork und Nabrowsky eine Laudatio zum 20 jährigen Jubiläum des NABU Berlin. Besonders wurde auf die Geschichte in der Wendezeit eingegangen als sich die Naturschutzverbände aus dem ehemaligen Ostberlin mit dem Berliner Bund für Vogelschutz zum NABU zusammenschlossen. Nach dieser etwas längeren Einführung stieg man in das Thema ein und Prof. Dr. Succow legte die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz dar. Die weltweit großen Moorflächen sind eine bedeutende Senke für Kohlenstoff und Nährstoffe, die so dem Kreislauf entzogen und gespeichert werden. Erst der Mensch greift hier ein und sorgt durch Entwässerung von Moorflächen für eine Remobilisierung der Stoffe, die so zusätzlich den Stoffkreisläufen wieder zugeführt werden. Zum Abschluss seines Vortrags zitierte er Frederic Vester mit den Worten: „Warum versuchen wir immer wieder die Natur zu überlisten, ein System, das es geschafft hat, in Millionen Jahren nicht Pleite zu machen“.
Nach der Kaffeepause wurde die Preisverleihung für den diesjährigen Fotowettbewerb „Vögel in Berlin“ vorgenommen. Das Siegerfoto zeigte zwei raufende Nebelkrähen in der Luft. Jörg Gelbrecht berichtete im Anschluss an die Preisverleihung noch einmal über die Stoffumsetzung in Mooren und was bei Renaturierungen von Mooren aus Naturschutzgesichtspunkten zu beachten ist. Die Wiedervernässung von Moorflächen führt unter Umständen zumindest anfangs zu einer starken Freisetzung von Nährstoffen und Methan. Martina Wagner von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellte im Anschluss dann die Situation der Berliner Moore vor. Alle Moore in Berlin sind in einem eher schlechten Zustand und in ihrem Bestand bedroht.
Nach der Mittagspause kam dann ein Vortrag von Prof. Dr. Barjenbruch von der TU Berlin über die Auswirkungen der Siedlungswasserwirtschaft auf die Oberflächengewässer. Er gab einen Überblick über die historische Entwicklung des Abwassersystems und der Misch- bzw. getrennten Regenwasserkanalisation. Ein wichtiger Aspekt waren dann die Einträge aus den unterschiedlichen Quellen (Straßenablauf, Klärwerke), die die Berliner Oberflächengewässer belasten.
Camillo Kitzmann stellte dann den Elsensee im Osten Berlins vor. Ein Gewässer, das sich in einem oligotrophen Zustand befindet und als Brutgebiet von Wasservögeln von herausragender Bedeutung ist. Das Gewässer ist jedoch an einen Investor verkauft worden, obwohl es sich um ein nach Berliner Naturschutzgesetz geschütztes Biotop handelt, das entsprechenden Beschränkungen unterliegt. Bei einer maximalen Gewässertiefe von 14 m liegt aufgrund des klaren Wassers die Untergrenze für das Wachstum von Makrophyten bei 12 m.